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Wellness

Körperpflege bedeutet heute Wellness, Entspannung und Wohlbefinden. Dazu gehört eine Umgebung, die alle Sinne anspricht, die den Start in den Tag zu einem belebenden Vergnügen macht und den Abend entspannend ausklingen lässt. Doch wie können bei der Bad-Gestaltung funktionale, dekorative, bauliche und technische Aspekte so miteinander vereinbart werden, dass am Ende einladende und praktische Bäder entstehen? Terence Conran zeigt, wie"s geht. Vom Familienbad bis zur Wellness-Oase mit Sauna, vom kleinen, geschickt aufgeteilten Badezimmer bis zum großzügigen Bad im Schlafbereich – eine Fülle von innovativen Anregungen, die Lust machen auf Neu- und Umbauen.

Der Deutsche Wellness Verband e.V. wurde 1990 als nationale Gesundheitsinstitution gegründet und versteht sich seitdem als führende Organisation der Wellness-Bewegung in Deutschland. Neben der Betreuung seiner Mitglieder hat die qualifizierte und unabhängige Beratung aller Wellness interessierten Menschen in einem immer weniger überschaubaren Markt stark an Bedeutung gewonnen. Der Verband stellt seine Plattform und das Wissen seiner Fachexperten in den Dienst der Bevölkerung, hilft auch der Anbieterseite des Marktes und versteht sich somit als unabhängiger und kompetenter Vermittler zwischen Wellness-Nachfrage und qualifiziertem Angebot.
Wellness – ein Begriff aus den USA – ist eine ganzheitliche Lebensphilosophie, deren Ziel das größtmögliche körperliche und geistig/seelische Wohlbefinden des Einzelnen ist. Dazu zählen auch eine positive Arbeitseinstellung, ein harmonisches Privatleben und der Einklang mit der Umwelt. Wellness ist mehr als eine oberflächliche Werbefloskel, wenn man Wohlfühlen, Behaglichkeit und Entspannung auch auf die vier eigenen Wände bezieht. Dort kann der Schreiner und Innenausbauer mit feinen und behaglich anmutenden Innenausbauten Orte der Ruhe und Entspannung schaffen.

Räume, wo man die Seele baumeln lassen kann – kurz eine Oase zum Relaxen war gefragt, als zwei Kellerräume in eine Bad- und Saunalandschaft umgestaltet und konzipiert werden sollten.

Weiters wissenswertes

Mit dem Wort "Wellness" konnte vor zehn Jahren noch kaum jemand etwas anfangen. Dann nahmen sich die Marketingleute seiner an. Und im selben Maße wie das große Publikum lernte, mit dem neuen Begriff umzugehen, wuchs das Angebot an Waren und Dienstleistungen mit dem Etikett "Wellness". Von Vitaminpillen bis zu Aphrodisiaka, von Badewannen bis zu esoterischer Literatur schmückte sich damit alles Mögliche. Varianten wie Medical Wellness und Beauty Wellness blähten das Phänomen inflationär weiter auf - ohne dass Klarheit darüber herrschte, was Wellness überhaupt ist.

Eine einheitliche Definition fällt selbst den Fachleuten der Wellness-Verbände, deren es in Deutschland inzwischen mehrere gibt, schwer. Auf jeden Fall ist es etwas Angenehmes.

Etwas Ähnliches wie Fitness vielleicht? Manchmal kommt es einem vor, als seien bloß die Wörter ausgetauscht, etwa in der Werbung für Ferien-Hotels. Wo man früher Fitness-Einrichtungen anpries, wird heute Wellness ausgelobt. Nicht mehr der Aufbau von Kondition und Muskulatur ist das Argument, sondern Ruhe, Relaxen, Schönheits- und Gesundheitspflege. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass Wellness überwiegend passiv erlebt wird, zumindest sind Wellness-Aktivitäten nicht schweißtreibend – wenn man einmal vom Gang in die Sauna absieht.
Kern des wellnessorientierten Erlebens ist die Gesunderhaltung. Nicht allein im Sinne herkömmlicher Vorbeugung ("Pass auf, dass du nicht krank wirst!"). Wellness ist umfassender. "Sei gut zu dir und fühl dich wohl!", heißt die Wellness-Empfehlung. Und Wohlfühlen bedeutet mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit und Schmerz, ist weder Therapie noch Prophylaxe, sondern eine Denk- und Verhaltensweise. Ausgangspunkt war Amerika; in den; 1950er Jahren hatten dort "Wellness - doctors" begonnen, ihren Patienten den Verzicht auf Pillenkonsum und stattdessen einen gesunden Lebensstil zu empfehlen. Die Fitness-Welle gewann dann jedoch für etliche Jahre die Oberhand.

Jetzt also wieder Wellness. Der Körperkult wurde durch eine Kultur des Geistes, der Seele und der Sinne abgelöst. Wellness strebt nach Ausgeglichenheit, nach Harmonie, nach ganzheitlichem Wohlbefinden. Fern- und nahöstliche Gesundheitstechniken finden immer mehr Anklang. Und jahrhundertealte Rituale geben er Sinnlichkeit Raum.
Ganz entscheidend ist: Die wunderbare Wirkung des Wassers, die schon Hippokrates, der Urvater der Medizin, zu nutzen verstand, wurde wieder entdeckt. Sein funktionaler Zweck, das Schweiß-Fortspülen wie zu Fitness-Zeiten, macht einer geradezu spirituellen Bedeutung Platz. Im Wohlfühl-Medium Wasser zu liegen, das die Schwere des Körpers aufhebt, die Gedanken schweifen zu lassen und die Sinne zu öffnen, kann als Inbegriff von Wellness gelten.

In besseren Hotels reicht es längst nicht mehr aus, lediglich ein Schwimmbad mit Sauna anzubieten. Zumindest eine "Badelandschaft" sollte es schon sein. Unterschiedlich temperierte Badebecken, indoor und outdoor, mit Sprudeleinrichtung, Wasserfall und Massagejets, mit wechselnden Lichteffekten, als Solebad mit hohem Salzgehalt - das Angebot ist nur begrenzt durch die Phantasie und Investitionsbereitschaft der Betreiber, die ständig bemüht sind, neue Attraktionen zu schaffen. Nur sportliches Schwimmen ist nicht vorgesehen, viel eher das ultimative Gegenteil: "LiquidSound", das schwerelose Schweben in 35 °C warmer, hoch konzentrierter Sole zu Unterwasser-Musik (vorzugsweise Barock), begleitet von Farblichtprojektionen - ein kontemplativer Exzess. Neben dem kollektiven Badeerlebnis im großen Becken werden zahllose Wannenbad-Varianten angeboten, die ihre Eigenart vor allem Zusätzen wie Schlamm, Algen, Blüten, Kräutern, Bier, Molke und Ölen oder dem Durchleiten schwacher elektrischer Ströme (im Stangerbad) verdanken. Einen Anstrich von Luxus bekommt
das individuelle Entspannen, wenn es im von seinen Erfindern so genannten Kaiserbad stattfindet, einer üppigen Wanne aus schierer, goldglänzender Bronze. Kurios mutet auch eine Wasseranwendung an, bei der man mit Wasser überhaupt nicht in Berührung kommt: Beim Hydro-Jet massiert ein kräftiger Wasserstrahl durch eine schützende Gummimatte hindurch.

Ohnehin ist die Badelandschaft meist mit wasserfreien Wellness-Angeboten kombiniert. Im einfachsten Fall ist dann von einer Saunalandschaft, die
aus mehren, unterschiedlich warmen, bzw. heißen Räumen besteht, die Rede. Der Besucher orientiert sich an den Temperaturangaben, in der Regel zwischen 60 und 110 °C. Die Vokabeln Tepidarium, Laconium, Caldarium und Frigidarium muss er
lernen, wenn die Betreiber sich auf antike Tradition berufen, und ihre Wellness-Einrichtung Therme nennen. Wer dem römischen Vorbild folgt, beginnt im lauwarmen Tepidarium, besucht dann das trockene, mäßig heiße Laconium, um anschließend bei hoher Luftfeuchtigkeit im warmen Caldarium richtig zu schwitzen. Schließlich geht es zur Abkühlung in den Kalt- und Frischluftraum Frigidarium.

Im Grunde ganz ähnlich ist der Ablauf im orientalischen Bad, dem Hammam. Hier heißen die ersten beiden Räume Maslakh und Sogukluk. Die Hauptsache ist dann das Dampfbad, das Halvet. Meist gehört zum Hammam ein Rasul, ein warmer Raum mit Kräuterduft, in dem man den ganzen Körper mit erdigen Pasten einreibt, die nach einigen Minuten wieder abgespült werden. Im Unterschied zur klassischen Sauna sitzt oder liegt man in Therme, Hammam und Rasul nicht auf hölzernen Bänken, sondern auf Keramikfliesen oder - je nach Anspruch – auf Naturstein, meistens Marmor. Das ist nicht nur eine Frage des minder rustikalen Ambientes, sondern hat einen durchaus sinnvollen Effekt: Die Wärme wird in Form von Strahlung abgegeben. Und Strahlungswärme empfindet man als besonders angenehm, angenehmer als die erhitze Luft in der Sauna.

Wer richtige Kälte erleben will, muss eine Kryo-Sauna suchen. Die hat mit einer Sauna nichts zu tun, sondern ist ein Produkt moderner Kältetechnik. In der Medizin schon seit einiger Zeit bewährt, erobert die Kälte jetzt auch den Wellness-Bereich. Zwischen ein paar Sekunden und maximal anderthalb Minuten ist man im Stickstoffnebel Minustemperaturen bis zu 150 °C ausgesetzt. Kryo-Fans schwören auf die belebende und geradezu euphorisierende Wirkung. Eine fast schon traditionelle Wohlfühl-Methode ist das Dampfbad, das sein Vorbild im römischen Sudatorium hat und heute zum Standard von Thermen und anderen Wellness-Oasen gehört. In Hotels der Oberklasse verfügt der Gast häufig über eine Dampfkabine zur individuellen Benutzung. Und im privaten Zuhause ist - neben Whirlwanne und Duschtempel - das Dampfbad die optimale Wellness-Ausstattung. Der Wassernebel ist in der Regel nicht wärmer als 45 °C und meistens überdies mit duftenden und wohltuenden Zusätzen angereichert.

Gerade der Geruchssinn, der, mehr als die meisten Menschen ahnen, unsere Gefühle steuert, wird in Wellness-Centern, Thermen oder auch Spas, bzw. Day-Spas (alle diese Begriffe bezeichnen im Prinzip das Selbe) intensiv stimuliert. Manchmal heißen die dem Duft gewidmeten Räume Odorium, manchmal Aromagrotte. Es gibt Duftsaunen, in denen alle paar Minuten mit verschiedenen ätherischen Ölen oder Kräuteressenzen angereicherte Aufgüsse verdampfen. Eine Spezialität ist der Kraxnofen: Man sitzt auf der warmen Ofenbank und atmet den Duft von erhitztem Heu.

Düfte, Klänge, Farben sind Erlebnisse für Nase, Ohren und Augen und gehören zum üblichen Wellness-Repertoire. Den Löwenanteil aller Wohltaten empfängt aber unser größtes Sinnesorgan, die Haut: das Schmeicheln, Rieseln und Prasseln des
Wassers beim Baden und Duschen, bei Kneippschen Güssen oder auch im Dampf. Dazu kommen die verschiedensten Massagen. Mit der Entdeckung der asiatischen Heilkunst ist das indische Ayurveda Bestandteil vieler Wellness-Angebote
geworden. Und ein wesentliches Ayurveda-Element sind Massagen: Synchronmassagen durch zwei Masseure gleichzeitig, Seidenhandschuhmassagen, Ölmassagen etc. Dafür gibt es dann die schön exotischen Bezeichnungen Abhyanga, Garshan und Pizichilli. Und massiert wird schließlich auch im Hammam.

Der Tellak, der Hammam-Meister, bearbeitet den auf dem Göbbek, einem beheizten, steinernen Tisch, liegenden Gast mal mit Seife, mal mit Bürsten oder auch mit einem Ziegenhaar-Handschuh. Den Abschluss bilden - wie sollte es anders sein - Wassergüsse.

Die Wellness-Angebote sind ungemein vielfältig, und es kommen ständig neue dazu. Sie aufzuzählen, ergibt natürlich immer noch keine Definition - legt aber die Behauptung nahe: "Wellness ist Gesundheit, die
Spaß macht."

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